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EDVARD MUNCH

Edvard Munch und die schwarzen Engel

Edvard Munch, der am 12. Dezember 1863 unter sehr schwierigen Bedingungen geboren wurde, war ein norwegischer Maler.

 

Dazu meinte er selbst einmal: „Als ich geboren wurde, beeilte man sich, mich notzutaufen, weil man glaubte, ich würde sterben. Meine Mutter hatte damals schon den Keim des Todes in sich. Sechs Jahre später raubte die Schwindsucht fünf kleinen Kindern ihre Mutter. Krankheit, Wahnsinn und Tod hielten wie schwarze Engel Wache an meiner Wiege. Sie haben mich durch mein ganzes Leben begleitet. Mein Zuhause war ein Zuhause der Krankheit und des Todes. Wahrscheinlich bin ich über das Unheil dort niemals hinweggekommen. Es hat auch meine Kunst geprägt.“

 

Seine Kindheit und Jugend verbringt er in Kristiana, dem heutigen norwegischen Oslo. Früh macht er erste Erfahrungen mit Tod, Krankheit und Leid, weshalb sich diese Themen vermutlich stark in seinem Werk manifestierten. Erst stirbt seine Mutter als er fünf Jahre alt ist an Schwindsucht, dann seine Schwester an Tuberkulose. Sein Vater und seine zweite Schwester werden geisteskrank. Edvard selbst war ebenfalls von schwacher Gesundheit und litt immer wieder unter starken Depressionen, Nervosität, Wahnvorstellungen und Alkoholsucht. In erwachsenen Jahren wird er deswegen in verschiedenen Kliniken behandelt.

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kämpft der empfindsame Künstler mit den Folgen einer gescheiterten Liebesbeziehung und durchlebt belastende Krisenjahre, die 1908 in einem schweren Nervenzusammenbruch gipfeln, woraufhin er sich in eine Klinik einweisen lässt.

 

Bei diesem mehrmonatigen Aufenthalt in einem Sanatorium in Kopenhagen, macht Munch aus seinem Krankenzimmer ein Atelier und verarbeitet diese existentiellen Gemütszustände durch eine symbolisch-expressive Darstellung der Abgründe in seinen neuen extrovertierteren und expressiveren Stil.

 

In dieser Zeit entsteht das Meisterwerk Alpha und Omega, eine grafische Mappe bestehend aus 22 lithographischen Blättern und einem gedruckten Prosagedicht, von denen hier einige Beispiele zu sehen sind. Zusammen ergeben sie eine bildnerische Parabel, die in Episoden die Geschichte von Alpha und Omega, den ersten Menschen auf einer Insel, erzählt. Bei dieser Inselphantasie steigert Munch sich ins Groteske und karikiert persönliche Widersacher als Mischwesen von Mensch und Tier. Am Ende wird Omega von Alpha getötet und letztendlich selbst von den Menschen in Tiergestalt aufgefressen. 

 

Der künstlerische Erfolg war stets von Konflikten auf persönlicher Ebene begleitet und der Konsum von Hypnotika, Alkohol und Anregungsmitteln ein großes Problem im Leben Munchs. Er quälte sich mit Erinnerungen an seine eigene tragische und unerfüllte Liebesgeschichte mit Tulla Larsen, die 1902 bei einem Streit im Sommerhaus bei Aasgaardstrand mit einer Revolverszene geendet hatte, bei der Edvard sich selbst versehentlich in seine linke Hand geschossen hatte.

 

Wie kaum ein anderer Künstler hat der Norweger in Hinter- und Abgründe des menschlichen Daseins schauen können und diesen Gefühlswelten Form gegeben: Todesangst, Qual, Verzweiflung, Ausweglosigkeit - aber auch Sehnsucht nach Liebe und Zweisamkeit.

 

Quellenangaben:

Buch Edvard Munch: Alpha & Omega

Museum Kunst der Westküste

Wikipedia

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Kommentare: 1
  • #1

    Peddha (Sonntag, 14 April 2019 15:27)

    Cool der olle Munk ...gut rescherschiert!